Typische Fehler in Leitweg-IDs

Die meisten ungültigen Leitweg-IDs entstehen beim Abtippen oder Kopieren. Hier sind die häufigsten Ursachen mit Beispiel – jedes lässt sich direkt im Prüfer öffnen.

Fehler und Lösungen

Die Prüfziffer stimmt nicht

Beispiel: 04011000-1234512345-60 · im Prüfer ansehen

Meist ein Tippfehler irgendwo in der ID – nicht unbedingt in der Prüfziffer selbst. MOD 97-10 erkennt jede einzelne falsche Ziffer und jeden Dreher zweier benachbarter Zeichen. Der Prüfer zeigt, welche Prüfziffer zum Rest passen würde, und schlägt Schreibweisen vor, die durch einen einzelnen Dreher entstehen.

Was tun: Die ID beim Rechnungsempfänger gegenprüfen. Die Prüfziffer nicht einfach „passend machen“ – sonst landet die Rechnung womöglich bei einer anderen Stelle.

Zahlendreher

Beispiel: 04011000-1234512354-06 · im Prüfer ansehen

Zwei benachbarte Zeichen sind vertauscht (hier 45 → 54). Die Prüfziffer schlägt dann immer an.

Was tun: Der Prüfer listet die Schreibweisen auf, die durch Zurücktauschen gültig werden. Welche richtig ist, bestätigt der Empfänger.

Gedankenstrich statt Bindestrich

Beispiel: 04011000–1234512345–06 · im Prüfer ansehen

Word, Outlook und manche PDFs machen aus dem Bindestrich automatisch einen Gedankenstrich (–, U+2013) oder einen geschützten Bindestrich. Auf dem Bildschirm sieht das fast gleich aus, für die Rechnungssoftware ist es ein anderes Zeichen.

Was tun: Die ID aus dem Prüfer kopieren (er zeigt sie mit dem richtigen Bindestrich-Minus U+002D) oder die Striche von Hand neu tippen.

Leerzeichen in der ID

Beispiel: 04011000 - 1234512345 - 06 · im Prüfer ansehen

Beim Abtippen aus einem Brief oder beim Kopieren aus einer Tabelle rutschen Leerzeichen hinein. Die Leitweg-ID enthält keine Leerzeichen.

Was tun: Leerzeichen entfernen. Der Prüfer zeigt die bereinigte Schreibweise.

Bindestriche fehlen oder stehen falsch

Beispiel: 04011000123451234506 · im Prüfer ansehen

Ohne Bindestriche ist nicht erkennbar, wo die Grobadressierung endet. Weil die Bindestriche nicht in die Prüfziffer eingehen, stimmt die Prüfsumme trotzdem – die ID ist aber nicht gültig.

Was tun: Bindestriche vor der Prüfziffer und vor der Feinadressierung setzen. Die Grobadressierung hat 2, 3, 5, 8, 9 oder 12 Stellen; im Zweifel beim Empfänger nachfragen.

Bindestriche in der Feinadressierung

Beispiel: 04011000-12345-12345-06 · im Prüfer ansehen

Die Feinadressierung darf nur aus Buchstaben und Ziffern bestehen. Ein zusätzlicher Bindestrich zur besseren Lesbarkeit macht die ID ungültig.

Was tun: Den Bindestrich innerhalb der Feinadressierung weglassen.

Buchstabe O statt Ziffer 0

Beispiel: O4011000-1234512345-06 · im Prüfer ansehen

Die Grobadressierung besteht nur aus Ziffern. Ein großes O oder ein kleines l sieht in vielen Schriften aus wie 0 bzw. 1.

Was tun: Im Prüfer erscheint ein Vorschlag mit Ziffern, wenn die Prüfziffer dann passt.

Grobadressierung mit falscher Stellenzahl

Beispiel: 0401-12 · im Prüfer ansehen

Erlaubt sind nur 2, 3, 5, 8, 9 oder 12 Ziffern. Vier, sechs, sieben, zehn oder elf Stellen sind nie gültig – oft fehlt eine Ziffer oder der Bindestrich steht an der falschen Stelle.

Was tun: Die vollständige ID beim Empfänger erfragen.

Peppol-Präfix 0204: in der Käuferreferenz

Beispiel: 0204:991-TESTAMT-43 · im Prüfer ansehen

0204 ist der Code des Leitweg-ID-Schemas in Peppol. In das Feld BT-10 der XRechnung gehört nur die Leitweg-ID selbst.

Was tun: „0204:“ entfernen.

Kleinbuchstaben

Beispiel: 991-testamt-43 · im Prüfer ansehen

Die Feinadressierung unterscheidet nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung; die ID ist formal gültig. Der Prüfer zeigt sie zur Sicherheit in Großbuchstaben.

Was tun: Am besten genau so übernehmen, wie der Auftraggeber sie mitgeteilt hat.

Umlaute, Unterstriche oder Schrägstriche

Beispiel: 991-ABT_1-12 · im Prüfer ansehen

Erlaubt sind nur A–Z, 0–9 und das Bindestrich-Minus. Ä, Ö, Ü, ß, Unterstriche, Punkte und Schrägstriche kommen in Leitweg-IDs nicht vor.

Was tun: Die ID beim Empfänger erfragen; nicht selbst „übersetzen“ (aus Ä wird nicht automatisch AE).

Warum meldet der Validator nichts?

Der XRechnung-Validator der KoSIT prüft mit der Regel BR-DE-15 nur, ob die Käuferreferenz (BT-10) vorhanden ist. Eine Leitweg-ID mit falscher Prüfziffer besteht diese Prüfung. Ob die Rechnung dann ankommt, entscheidet erst die Eingangsplattform des Empfängers. Wer viele Rechnungen an öffentliche Auftraggeber schickt, prüft die gespeicherten Leitweg-IDs deshalb am besten vorab als Liste.

Die Beispiele sind konstruiert und dienen nur der Veranschaulichung. Grundlage: Leitweg-ID-Formatspezifikation Version 2.0.2 vom 28.07.2021.